Die Sache mit Harry Potter

Als ich einmal einen Jugendlichen fragte, ob er manchmal ein Buch lese, antwortete er mir ganz erstaunt: „Wozu? Wir haben doch Videos".
Auf den Wunschzetteln des letzten Weihnachtsfestes dürfte es bei vielen Kindern ein wenig anders ausgesehen haben. Der vierte Band der auf sieben Teile vorgesehenen Harry-Potter-Serie steht bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Glaubt man den Zahlen des Buchhandels, ist das Buch „Harry Potter und der Feuerkelch" schon heute ein absoluter Bestseller. In der Verkaufsrangliste des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel" teilen sich die vier Bände die ersten vier Plätze. Weltweit wurden die Bücher in 40 Sprachen übersetzt und bis heute ca. 35 Millionen Exemplare verkauft.
Die Autorin der Bücher, Joanne K. Rowling, lebte im schottischen Edinburgh von Sozialhilfe. In nur dreieinhalb Jahren wurde sie mit den Romanen zur drittreichsten Frau Großbritanniens. Sie erhielt die Doktorwürde der Literaturwissenschaften und wurde von Königin Elizabeth II. mit dem Orden des Britischen Empires ausgezeichnet.

Worum geht es? Der 11jährige Harry Potter, der seine Eltern im Kampf gegen den bösen Lord Voldemort verloren hat und von seinen Verwandten schikaniert wird, wird in die Hexen- und Zauberschule aufgenommen. Dort soll er die Kunst der Zauberei erlernen und erlebt dabei allerlei Abenteuer. Die Magie, in die Harry im Laufe seiner Ausbildung immer mehr hinein wächst, wird meist detailliert und spannend beschrieben. Zaubersprüche und Hexenwirken sind ein wesentlicher Bestandteil der Bücher, aber auch gute Verhaltensweisen wie Redlichkeit, Tapferkeit, Verantwortung und Freundschaft sind bedeutende Elemente der Romane.
Sind die Bücher um „Harry Potter" okkult oder gar eine Anleitung zur Magie? Wohl eher nicht. Die Gefahr liegt auf der Verharmlosung okkulter Praktiken unter dem Deckmantel des Guten und Ehrbaren. Damit reiht sich Harry P. nahtlos in die lange Serie der Comics, Zeichentrickfilme oder Computerspiele mit magischem Inhalt ein. Die Idee, das magische Böse mit „guter" Zauberei besiegen zu können, ist nicht neu. Das Erwecken des Eindruckes, Zauberer und gute Geister sind nett und harmlos, ist aber durchaus eine Gefahr für die Entwicklung und Lebenshaltung von Kindern und Jugendlichen. So mahnt Frau Rowling selbst: „Ich warne alle Eltern davor, meine Bücher an Erst- und Zweitkläßler zu geben, sie können die dunklen Seiten der Zauberwelt noch nicht verkraften." Nicht umsonst warnt uns Gott eindringlich in seinem Wort vor Zauberei und magischen Praktiken. Wer sich mit diesen Kräften einläßt, kann ganz schnell vor dem Problem stehen, daß er die Geister, die er rief, dann nicht mehr los wird.

Wer sich näher dazu informieren möchte, dem empfehle ich den entsprechenden Artikel in „Factum" 10/2000, welcher bei der Redaktion erhältlich ist.