Zur Situation um Israel

Israel - wie ein Mahnmahl der Treue und Macht Gottes steht diese Nation im Strom der Weltgeschichte. Wer die Vorgänge in und um das Heilige Land auch nur annähernd verstehen möchte, muß wissen, was Gott in der Bibel über dieses Volk sagt. Jeder Erklärungsversuch ohne Gott muß scheitern, denn der Gott der Bibel ist in besonderer Art und Weise auch der Gott Israels.
Nach dem heimtückischen Mord an Jizchak Rabin und den Bombenanschlägen palästinensischer Terroristen war die Abwahl Simon Perez das dritte wichtige Ereignis, welches die jüdische Nation erschütterte. Der von Rabin und Perez mit Vehemenz vorangetriebene Friedensprozeß im Nahen Osten ist vielen Juden und Arabern schon lange ein Dorn im Auge. Zu tief sitzt das Mißtrauen und der Haß aufeinander, als daß mit ein paar wohlmeinenden Worten und Unterschriften ein Frieden erreicht werden könnte, der nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch in den Herzen der Menschen Bestand hätte. Schon immer standen die politischen Ziele Perez, der eine wichtige Persönlichkeit der Sozialistischen Internationale ist, unter heftiger Kritik besonders der religiösen Kräfte in Israel, die ihr Land an den Maßgaben der Bibel im Alten Testament messen. Geschürt wurden diese Auseinandersetzungen durch Aussagen wie: „Die Bibel hat kein Veto über Israels Existenzrecht im Heiligen Land" (Perez), oder: „Ich beabsichtige nicht, die Bibel als Landkarte für den Staat Israel zu betrachten" (Rabin).

Tatsächlich muß man feststellen, daß das Volk Israel in seiner Geschichte niemals völlig das von Gott verheißene Land einnehmen und besitzen konnte. Bereits bei der Landnahme unter Josua brach man Gottes Anordnungen, was zu erheblichen Problemen mit den dort ansässigen Völkern führte. Sünde und Abgötterei waren in allen Jahrhunderten der Fallstrick des israelischen Volkes. Dabei hat Gott diesem Volk reichsten Segen versprochen unter der Voraussetzung, daß es in seinen Geboten lebt.
Eine Nation, welche den Juden zu allen Zeiten großen Widerstand leistete, waren die Philister, die hauptsächlich das Land an der Mittelmeerküste bewohnten. Diese kamen schon vor den Israeliten von der Insel Kreta in das Land Kanaan und wurden dort heimisch. Die häufig aufgestellte Vermutung, daß die heutigen Palästinenser die Nachkommen der Philister sein sollen, ist durchaus denkbar. Es ist dabei interessant, daß die Gegend um die Stadt Gaza immer Philistergebiet blieb; der sogenannte Gazastreifen ist auch heute noch traditionelles Feindgebiet Israels. Selbst König David, unter dem Israel seine größte territoriale Ausdehnung erreichte, konnte diesen Teil des Landes nicht einnehmen. David war es auch, der die Jebusiterstadt Jerusalem eroberte und zur Hauptstadt seines Reiches machte. Später zerfiel Israel in zwei Königreiche, geriet unter Fremdherrschaft, wurde ca. 70 n.Chr. von den Römern vernichtend geschlagen und wenige Jahrzehnte später völlig von der Landkarte gestrichen. Nach der Zerstörung des Landes wurde das jüdische Volk in alle Welt zerstreut. Seitdem gab es wohl kein Jahrhundert, in dem die Juden nicht irgendwo auf der Welt gejagt und getötet wurden; kein Volk, welches sich nicht im Verlauf der Geschichte an dieser Judenverfolgung beteiligt hätte. Von 70 n.Chr. bis ins 20.Jahrhundert sind etwa 13 Millionen Juden in aller Welt umgebracht worden. Trauriger Höhepunkt war zweifellos die Ermordung der Juden in Europa zur Zeit des Hitlerfaschismus.

Alle diese Dinge geschehen nicht zufällig. Häufig wird dem Volk Israel in der Bibel das Gericht wegen seiner Sünde und Gottlosigkeit angekündigt. So heißt es beispielsweise im 5. Buch Mose 28,64ff: „Und der HERR wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum andern Ende der Erde. ... Und unter jenen Nationen wirst du nicht ruhig wohnen, und deine Fußsohle wird keinen Rastplatz finden. Und der HERR wird dir dort ein zitterndes Herz geben, erlöschende Augen und eine verzagende Seele. Und dein Leben wird in Gefahr schweben, du wirst dich Tag und Nacht fürchten und deines Lebens nicht sicher sein." Diese Gerichtsankündigung hat sich mehrfach angedeutet und dann restlos erfüllt. Gleichzeitig betont die Bibel aber auch immer wieder, daß die Zerstreuung ein Ende haben wird: „Und er wird dich wieder sammeln aus all den Völkern, wohin der HERR, dein Gott, dich zerstreut hat. Wenn deine Verstoßenen am Ende des Himmels wären, selbst von dort wird der HERR, dein Gott, dich sammeln, und von dort wird er dich holen. Und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter in Besitz genommen haben, und du wirst es in Besitz nehmen. Und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher werden lassen als deine Väter" (5 Mose 30,4.5). Dabei besteht keine Frage, daß die Juden genau dort wieder leben werden, wo auch ihre Vorfahren lebten - im von Gott verheißenen Land. Im Mai 1948 wurde der Staat Israel wiedergegründet! Ein Volk, welches wenige Jahre zuvor noch zur Ausrottung bestimmt war, erscheint plötzlich wieder auf der Landkarte. Dieses weltgeschichtlich einmalige Ereignis ist Erfüllung biblischer Prophetie auf höchster Ebene. Praktisch vor unseren Augen erfüllen sich Worte und Ankündigungen der Bibel, welche vor Jahrtausenden niedergeschrieben wurden - somit hat jeder Mensch die Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt der Heiligen Schrift selbst zu überprüfen.
Ein weiterer Punkt, der unsere Aufmerksamkeit verdient, ist die Situation um die Stadt Jerusalem. Einige Jahre war Tel Aviv die Hauptstadt Israels; erst 1967 kam Jerusalem wieder unter die Autorität des Staates Israel. In Lukas 21,24 heißt es dazu: „Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden." Wenn wir heute Jerusalem als vereinte israelische Hauptstadt sehen, dann bedeutet das nichts anderes, als daß die Gnadenzeit, die Gott den Nationen (Heiden) geschenkt hat, ihrem Ende entgegengeht. Falls wir in der Zeit leben, welche die Bibel als „letzte Zeit" bezeichnet - und die beobachtbaren Zeichen deuten sehr stark darauf hin - steht vielleicht die Entrückung der Gemeinde Jesu unmittelbar bevor (vgl. 1.Thess. 4,15-18). Dabei werden alle Menschen von der Erde weggenommen, die zu Jesus Christus gehören. Dieses Ereignis wird das Ende der christlichen Gemeinde auf der Erde (welche nicht mit den Mitgliederlisten der Kirchen identisch ist!) und gleichzeitig der Beginn der in der Bibel angekündigten Drangsalzeit sein.

Es entspricht dem Wesen biblischer Prophetie, daß sie sich wörtlich erfüllt. Trotzdem ist es natürlich auch dem Bibelleser nicht möglich, die kommenden Dinge detailliert vorherzusagen. Einen Hinweis auf den Sinn der prophetischen Worte in der Bibel gibt uns Jesus im Johannesevangelium, Kapitel 13,19: „Von jetzt an sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt, das ich es bin."
Ein wichtiges Ereignis, welches uns deutlich und genau in den Kapiteln 38 und 39 des Buches Hesekiel angekündigt wird, ist der Überfall des sogenannten Nordreiches und seiner Satellitenstaaten auf Israel. (Im äußersten Norden Israels liegt Rußland.) Dieser Überfall, der nach dem Wiederentstehen, Sammeln und Erblühen Israels (Kap. 36 und 37) stattfinden wird, könnte einer der nächsten Zeigersprünge an Gottes Weltenuhr sein. Vielleicht entsteht aus den Trümmern dieses Krieges die von vielen ersehnte und angestrebte „Neue Weltordnung"; ein Reich, welches die Bibel als das „Antichristliche Weltreich" bezeichnet und mit einem Scheinfrieden sowie schweren Gerichten unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu in Verbindung bringt.

Damit keine Mißverständnisse entstehen: Wir können und müssen nicht alles gut und richtig finden, was sich gegenwärtig in Israel abspielt. Noch immer sind die Juden ein Volk, welches bis auf wenige Ausnahmen nicht an den Erlöser Jesus Christus glaubt, und somit vom christlichen Standpunkt aus als verloren eingeordnet werden muß. Doch der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, und der sich diese Nation zu seinem besonderen Eigentum erwählt hat, geht seinen Weg mit Israel und der ganzen Welt - auch wenn uns die Weltgeschichte oft chaotisch und unberechenbar erscheint. Noch immer gilt der Ausspruch Gottes: „Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde." (1.Mose 12,3).
So kann man auch die Situation in Deutschland, welche von zunehmender Gottlosigkeit, und damit moralischem und gesellschaftlichen Verfall geprägt ist, nicht losgelöst von der Stellung zu den Juden in Gegenwart und Vergangenheit betrachten. Und doch gibt es bei Gott keine Kollektivschuld; jeder muß für sein eigenes Leben Rechenschaft vor seinem Schöpfer ablegen. Um so aktueller ist die Mahnung Gottes an uns: „So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden ..." (Apg. 3,19).