Was steckt hinter dem Karneval?

Für die wissenschaftlich arbeitende Volkskunde ist heute klar, woher Karneval, Fasching oder Fastnacht stammen. Die lang vertretene Annahme, der Karneval habe seine Wurzeln in heidnischen Winteraustreibungs- und Fruchtbarkeitskulten, gilt als überholt. Volkskundler, wie der Freiburger Professor Werner Mezger, haben eindeutig nachgewiesen, daß Narrenidee und Fastnachtsbrauch ihre Wurzeln im Christentum haben. Im Mittelalter traf man sich am Vorabend der Fastenzeit (Fast-Nacht =Nacht vor dem Fasten), um gemeinsam zu feiern und noch einmal ausgiebig zu essen. Danach begann die Fastenzeit mit der "carnelevale", was übersetzt "Fleischwegnahme" bedeutet. Zu diesem Termin im Kirchenjahr traten schon im 13. Jahrhundert Franziskaner-Mönche auf, die dem Kirchenvolk Fastnachtsspiele vorführten. In närrischen Szenen und verkleidet mit Tiermasken spielte man das sündhafte Treiben der Welt nach, um dadurch den Zuschauern einen Spiegel vorzuhalten und sie vor den sieben Hauptsünden, die die katholische Kirche lehrt, zu warnen. Karneval und katholische Kirche gehören eng zusammen. In allen katholischen Ländern findet sich dieses närrische Brauchtum, Von daher verwundert es nicht, daß der Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann jedes Jahr zu Karneval einen feierlichen Gottesdienst für die Narren abhält.
Heutzutage wird Karneval allerdings völlig anders verstanden und gefeiert als zur Zeit des Mittelalters. Die Absicht der Franziskaner, die Sünde als abschreckend darzustellen, hat sich ins genaue Gegenteil verkehrt: Die Sünde wird in tagelangen, rauschenden Karneval-Veranstaltungen gefeiert. An den „Tollen Tagen" lassen viele „Jecken" einmal richtig „die Sau raus", was zu einem dramatischen Anstieg der Unmoral mit entsprechenden Folgen führt. Das „närrische Treiben" hat schon so manche Ehe und Familie in den Ruin geführt. Karneval ist allerdings auch ein großes Geschäft. Jährlich werden in Deutschland rund 7,5 Milliarden Mark mit dem närrischen Treiben umgesetzt.

Aus biblischer Sicht sind die einzelnen Elemente des Karnevals zu betrachten und zu analysieren, um dadurch den wahren Wesenskern dieses Brauchtums zu erfassen und zu beurteilen. Wenn man diese Elemente näher beleuchtet, so wird man feststellen, daß sie durch eine antichristliche Energie belebt sind. Hauptfigur im Karneval ist der Narr. In der Bibel ist „Narr" das schlimmste Schimpfwort nach „Satan" (Luk. 12,20; Matth. 5,22 ). Nach Psalm 14,1 spricht der Narr: „Es ist kein Gott." Nicht ohne Grund sind Teufel, Dämonen und Hexen die Leitfiguren des Karnevals. Auch der „Elferrat", wie der Vorstand von Karnevals-Vereinen genannt wird, symbolisiert Antichristliches: Elf als Überschreitung der zehn Gebote. Was den Karneval besonders demaskiert, sind ausgerechnet seine Masken. Schaut man in die Geschichte des Maskenwesens, so stechen zwei Generaltypen heraus: die Dämonenköpfe und die Tiergesichter. Schon immer wurden Masken nicht nur zum Verbergen des Gesichtes getragen, sondern auch aus rituell-kultischen Gründen. Masken sollten dem menschlichen Maskenträger helfen, mit der Welt in Verbindung zu treten, für die die Maske steht. So schreibt das „Lexikon der Monster, Geister und Dämonen": „Selbst das Maskentragen in der Gegenwart, so während des Karnevals, ist mehr als nur eine äußerliche Angelegenheit ... Da die Maske häufig Dämonische Züge trägt und der Dämon auch das ungezügelte Ausleben der Triebe verkörpert, bietet die Karnevalsmaske ihrem Träger die Möglichkeit, am ausschweifenden Wesen der Dämonen teilzuhaben und seine eigenen Triebe und Begierden weit unzensierter auszuleben als im Normalfall. Der biedere Bürger hinter der Maske wird zum Lustdämon."

Der evangelische Pfarrer Traugott Fränkle feierte jahrelang Karneval in vollen Zügen. Doch dann löste sich Fränkle abrupt davon, weil er sein Leben neu zu Jesus Christus hin ausrichtete: „In dem Moment sah ich hinter die Maske der Fastnacht. Es geht dabei letztlich nicht um Moral, sondern um Gott! Fastnacht ist keine Frage des Anstands (in der Mainzer Bütt und anderswo stehen natürlich auch Leute, deren Humor oberhalb der Gürtellinie liegt), sondern des Glaubens. Anders ausgedrückt: Karneval ist keine Frage von anständig oder unanständig, sonder von Gottes- oder Götzendienst. Wobei die Götzen nicht einfach Sex oder Materialismus heißen, sondern Teufel und finstere Mächte. Die Grenze zum Okkulten ist bei der Fastnacht in vielen Gebieten und Bereichen längst überschritten."

Quelle: TOPIC Informationsdienst, Postfach 1544, 57206 Kreuztal