"Gibt es da auch eine Kirche?" (Zeugnis)

Mein Sohn David entdeckte mit ca. 1 ½ Jahren seine Liebe zu Kirchen. Wann immer wir an einer Kirche vorbeikamen und die Tür offenstand, mußten wir hineingehen. Da ging kein Weg daran vorbei. Ich gab seinem Wunsch auch immer nach, weil ich dachte, daß es schon in Ordnung sei. Da sich das Anschauen von Kirchen für David zu einer echten Leidenschaft entwickelte, faßte ich den Entschluß, ihn auch „irgendwie christlich" zu erziehen. Nur sollte es für mich und mein Leben keine wesentliche Bedeutung haben, da ich der Meinung war, daß es dafür schon zu spät sei. Ich nahm mir vor, meinem Sohn von Gott zu erzählen und er sollte später einmal selbst entscheiden, ob er daran glauben möchte oder nicht. Also kaufte ich ein kleines Büchlein mit biblischen Geschichten und las ihm abends daraus vor. Auch das gefiel ihm sehr und er hörte immer gut zu.

Als er etwa 2 ¾ Jahre jung war, wurde bei ihm eine Vorhautverengung festgestellt, die durch einen operativen Eingriff entfernt werden mußte. Um ihm und mir die Angst vor dieser Operation zu nehmen, informierte ich mich intensiv darüber und erklärte es auch meinem Sohn ganz genau und kindgerecht. Ich besorgte so einen Spiel-Doktorkoffer und machte ihn mit den verschiedenen Instrumenten und ihrer Bedeutung vertraut. Er hörte mir aufmerksam zu und als ich meinen „Vortrag" beendet hatte, sah er mich mit großen Augen an und fragte, ob denn auch eine Kirche im Krankenhaus sei. Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte. Da erzählte ich nun geschlagene 30 Minuten von so unangenehmen Dingen wie Nadeln, die einem in den Arm gepiekst werden, einem kleinen Schnitt, einer Wunde die genäht wird und dann heilen muß und dieses Kind hat nichts Besseres zu tun, als mich nach einer Kirche zu fragen. Aber es kam noch Schöner! Als ich ihm seine Frage mit Ja beantwortet hatte, war alle Aufmerksamkeit und Spannung aus seinem kleinen Gesicht gewichen. Es schien für ihn das Wichtigste an dieser Sache zu sein, daß es auch im Krankenhaus eine Kirche gibt. Über alles Andere machte er sich überhaupt keine Sorgen.

Damals konnte ich es gar nicht fassen, aber heute verstehe ich ihn nur zu gut. Die Gewißheit, daß Jesus uns auf allen Wegen begleitet, nahm auch mir die Angst des Lebens. An diese Stelle traten unfaßbarer Friede und die große Freude am Herrn. Gott hat seitdem in unserem Leben so viel bewirkt, daß ich überhaupt nicht mehr verstehen kann, wie ich so lange ohne Ihn sein konnte. Manchmal gebraucht Gott Kinder, um sich uns zu offenbaren. Dafür danke ich Ihm von ganzem Herzen.

(Steffi Leszinski, Frankenthal)