Die Losungen aus Herrnhut

Überall dort, wo es christliche Literatur zu kaufen gibt, liegen zu jedem Jahreswechsel auch wieder die neuen Losungshefte der Herrnhuter Brüdergemeine aus. Nach Angaben des Verlages werden die Losungen in ca. 60 Sprachen herausgegeben. Allein die deutschsprachige Ausgabe, 2020 bereits Jahrgang 290, hat eine Auflage von über 1 Million Exemplaren.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) erlaubte ab 1722 Flüchtlingen aus Böhmen und Mähren, sich auf seinem Gut in der Oberlausitz (Sachsen) anzusiedeln. Sie sind Nachfahren der böhmischen Siedler, die ihren evangelischen Glauben in ihrer Heimat nicht mehr leben durften. Nach dem Willen der Habsburger Machthaber hatten sie der Katholischen Kirche anzugehören. Auf dem Zinzendorfschen Land gründeten sie Herrnhut.

Es entstand eine christliche Kommunität; Glauben, Leben und Arbeiten gehörten zusammen. Von allen kirchlichen Strömungen kommen Menschen, die hier neue Impulse für ihren Glauben erwarteten. Herrnhut wuchs schnell. Weitere Siedlungen in Deutschland und Europa entstanden.
Sechs Jahre, nachdem der erste Baum für Herrnhut gefällt worden war, gab Zinzendorf bei der abendlichen Versammlung am 3. Mai 1728 die erste "Parole" für den nächsten Tag aus. Es ist der Liedvers "Liebe hat ihn hergetrieben, Liebe riss ihn von dem Thron, und ich sollte ihn nicht lieben?" Damit begann die beispiellose Geschichte der Herrnhuter Losungen.
Drei Jahre später erschien die erste gedruckte Ausgabe der Losungen. Seither wird das Büchlein Jahr für Jahr ohne Unterbrechung, auch in Kriegszeiten, herausgegeben.

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