Zeugnis von Gottes Macht und Treue

Wer morgens aus dem Haus geht weiß nicht, ob er am Abend wieder zurückkommt. Wie oft haben wir den Satz schon gehört, aber kaum ein Mensch macht sich diese Tatsache wirklich bewußt. Und doch kommen Menschen in den Grenzbereich zwischen Zeit und Ewigkeit; für viele ist es wirklich der Schlußpunkt des irdischen Lebens, andere bleiben und werden von diesem Ereignis oft stark geprägt.
Am Morgen des 1.3.96 fuhr der polnische Student Peter D. in Dallas (USA) zu Universität; an diesem Tag kam er jedoch nicht dort an. Ein aus einer Seitenstraße einfahrender PKW nahm ihm die Vorfahrt; mit hoher Geschwindigkeit stießen beide Autos zusammen Der Aufprall war so stark, daß dabei die gesamte Frontpartie des Fahrzeuges zerstört wurde. Da der Sicherheitsgurt versagte, prallte der Körper mit voller Wucht gegen das Lenkrad, welches dabei zerbrach. Gleichzeitig schlug der Kopf ein großes Loch in die Scheibe. Schockiert und stark blutend lief Peter an den Straßenrand, verlor dort das Bewußtsein und kam erst in der Intensivstation der Unfallklinik wieder zu sich.
Die Bestandsaufnahme zu diesem Zeitpunkt war erschreckend: Da lag ein mittelloser Student schwer verletzt im Krankenhaus eines fremden Landes. Die lebenswichtige Notbehandlung verursachte ihm erhebliche Schulden, weil er eine Krankenversicherung aus Kostengründen nicht abgeschlossen hatte. Auch vom Unfallgegner war ein finanzieller Ausgleich nicht zu erwarten: weder Fahrer noch Fahrzeug waren versichert. Innerhalb weniger Sekunden schienen alle Zukunftsträume eines jungen Mannes nicht mehr viel mehr als geplatzte Seifenblasen zu sein.

Familienangehörige, Freunde und Bekannte wurden schnellstmöglich benachrichtigt und traten nun im Gebet vor Gott für diesen Mann ein. Führende Brüder der Gemeinde kamen zusammen, um den Herrn um Gnade und sein Eingreifen anzuflehen; sogar der Unterricht an der Universität wurde für eine Zeit zum Gebet unterbrochen. Und der Herr griff ein! Wenn die Heilige Schrift sagt: "Euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet" (Mt.6,8), so wurde in diesen Stunden die gewaltige Aussage dieses Wortes völlig bestätigt.
Nach einigen Stunden gründlichster Untersuchungen kamen die Ärzte zu dem Ergebnis, daß keine inneren Verletzungen aufgetreten waren. Außer einer Verletzung des Unterkiefers und einem großen Riß in der Kopfhaut waren keine körperlichen Schäden entstanden; noch nicht einmal eine Rippe war gebrochen. Wie das bei der Gewalt eines solchen Unfalls möglich ist, wissen wir nicht - aber Gott weiß es. Lebensgefahr bestand dennoch durch den enorm hohen Verlust an Blut. Dieses regenerierte sich jedoch so schnell, daß kein fremdes Blut eingesetzt werden mußte. Bereits nach zwei Tagen konnte Peter wieder aus der Klinik entlassen werden; heute erinnert nur noch eine Narbe am Kopf an den Unfall.

Wir wissen, daß wir einen großen, liebevollen Vater im Himmel haben, dem alle Macht im Himmel und auf der Erde gehört (Mt.28,18), doch nur selten wird uns diese Tatsache so deutlich wie in solchen Momenten. Und als ob diese wunderbare Bewahrung nicht genug gewesen wäre, regelte Gott auch noch die finanziellen Schwierigkeiten. Einen Tag vor dem Unfall sah eine Sekretärin der Universität "zufällig" die Karteien der Studenten durch. Dabei stellte sie auch die fehlende Krankenversicherung fest und ohne nachzufragen schloß sie sofort eine Versicherung ab. Da das Auto bereits auf anderem Weg ersetzt wurde, blieb nur noch ein Selbstkostenanteil zu zahlen.
Natürlich bleibt auch für uns die Frage, warum es überhaupt zu diesem Unfall kam. Konnte Gott, der alles so wunderbar regelte, nicht viel einfacher das Unglück ganz verhindern? Natürlich hätte er das gekonnt. Warum er es nicht getan hat - wir wissen es nicht. Gott hat uns niemals versprochen, jedes Leid von uns fernzuhalten. Leiden, Krankheit und Tod sind Folgen des Sündenfalls und werden erst in der Vollendung nicht mehr sein. Versprochen hat Gott aber, daß er seine Kinder in dieser Welt bewahrt und sogar die Haare auf unserem Kopf gezählt sind (Lk.12,7). Das er zu diesem Versprechen steht, hat er eindrucksvoll bewiesen. Und gerade dann, wenn unser Leben einmal nicht so läuft, wie wir uns das wünschen, dürfen wir vertrauen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen (Röm.8,28).

"Er (Jesus) sprach aber zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt! Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben und Gott ernährt sie. Wieviel seid ihr mehr als die Vögel! Wer unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Wenn ihr nun auch das geringste nicht könnt, warum seid ihr um das übrige besorgt? Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber, selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel mehr euch, Kleingläubige! Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe! Denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr dies benötigt. Trachtet jedoch nach seinem Reich! Und dies wird euch hinzugefügt werden" (Lk.12,22-31).