Grundsätze biblischer Prophetie

Biblische Prophetie ist die Bekanntgabe göttlicher Geheimnisse an die Menschen. Gott offenbart den Menschen Wahrheiten, welche für ihr Leben sehr wichtig sind und die sie ohne die Informationen der Bibel nicht wissen könnten.
Die Bibel ist ein prophetisches Buch; sie enthält eine sehr große Zahl göttlicher Prophetien. Viele davon haben sich schon erfüllt, alle anderen werden sich noch erfüllen bzw. werden uns sichtbar. Es gibt Offenbarungen der Vergangenheit (z.B. die Schöpfung), der Zukunft und der uns verborgenen Dinge der Gegenwart. Biblische Prophetie umfaßt die gesamte Zeitachse der Erde und ihrer Bewohner vom Anfang (1.Mose 1,1) bis zum Ende (2.Pt.3,10), manchmal bis zur Ewigkeit. Da Gott nicht in unseren Raum- und Zeitvorstellungen begrenzt ist, kann er auch Zukünftiges offenbaren.
Das Zentrum der biblischen Prophetie ist Jesus Christus, der Erlöser, und die von ihm erwirkte Erlösung der Menschheit. Die Offenbarungen der Heiligen Schrift dienen zur Verherrlichung Gottes und sind den Menschen zur Hilfe gegeben. So sagt uns die Bibel alles, was wir wissen müssen, um gerettet zu werden und in den Himmel eingehen zu können, sie beantwortet uns aber nicht alle unsere Fragen. Die göttlichen Offenbarungen sind nicht gleichzusetzen mit Wahrsagerei; sie unterscheiden sich grundlegend von ihr durch ihre Quelle: Gott selbst ist der Offenbarende! Wahrsagerei und Hellsehen entspringen dagegen im einfachsten Fall menschlicher Irreführung, in ihrer gefährlichsten Art dämonischer Verführung; dazu gehören z.B. Horoskope, Kartenlegen, Pendeln, Handlesen u.v.a. Diese Dinge sind nicht mehr als teuflische Nachäffungen göttlicher Offenbarung und sind dem Menschen, der sich von ihnen beeinflussen läßt, zum Schaden. Deshalb verbietet Gott jede derartige Form von Wissensaneignung.

Biblische Prophetie ist unwandelbar und ewig gültig (vgl. Mk.13,31) - das Verständnis der Menschen jedoch begrenzt. Beispiel: Der Satz Jesu „Ich komme bald" hat seitdem alle Generationen zur Überzeugung kommen lassen, es sei die letzte vor Jesu Wiederkunft. Auch wir denken so; das ist gut, von Gott gewollt und nötig für unser Heil.
Unsere Unvollkommenheit und unser begrenztes Wissen führen nicht selten dazu, daß biblische Aussagen mit menschlichen Spekulationen gemischt werden. Diese Vermutungen sind nicht schlimm, solange sie als solche gekennzeichnet werden. Bei aller ehrlicher Mühe, die göttlichen Worte zu verstehen, müssen wir für die Möglichkeit offen bleiben, sie unvollkommen zu deuten bzw. auszulegen (1.Kor.13,9-12).
Sehr klar und leicht zu verstehen sind dagegen alle Aussagen der Schrift, welche uns die Erlösung von unseren Sünden und unseren Weg ins Reich Gottes zeigen, den jeder finden kann, der nur will - dafür sei Gott Dank.
Entscheidend für unseren Glauben, unser Wissen und unsere Lehre über geistliche Dinge können nur die Aussagen der Heiligen Schrift sein. Dabei ist zu beachten, das wir einzelne Worte und Verse immer im Zusammenhang des jeweiligen Abschnittes betrachten müssen; diesen Abschnitt wiederum in der Gesamtaussage des biblischen Buches oder Briefes, in dem er sich befindet. Auch das Buch müssen wir eingebettet in den Gesamtkontext der Bibel sehen. Es ist nicht zulässig, einzelne Verse oder Schriftteile aus dem Zusammenhang zu nehmen und für sich allein sprechen zu lassen, um daraus eine Lehre aufzubauen, die nicht in die Gesamtaussage der Bibel eingefügt ist.