Das Hakenkreuz

Kein anderes Zeichen wird so eng mit Vernichtung und Zerstörung in Beziehung gebracht als die Swastika. Besonders in Deutschland und Europa sind die Gründe naheliegend: Seit es Mitte dieses Jahrhunderts das wichtigste Symbol des Nationalsozialismus wurde (von 1935-45 war es Teil der deutschen Nationalflagge), hat es sich im Bewußtsein des Volkes zum Sinnbild des Faschismus gewandelt.
Der Ursprung des Hakenkreuzes liegt, wie der vieler anderer Zeichen auch, in den alten Religionen des asiatischen Raumes. In Indien erschien es bereits in den Induskulturen um ca. 2500-1500 v.Chr. als Glückssymbol. Dort galt es besonders als heilbringendes Zeichen und Sinnbild eines ewigen Kreislaufs. Das als laufendes Rad erscheinende Emblem gilt als Symbol Buddhas und ist an vielen entsprechenden Darstellungen zu finden. Im Buddhismus bedeutet das rechtsgeflügelte Hakenkreuz Aufstieg, Geburt und Glück; das linksgeflügelte dagegen Niedergang, Tod und Vergehen. So ist seine Bedeutung ähnlich der anderer Glücks- bzw. Heilssymbole wie z.B. des Pentagramms, des Hexagramms oder des Yin-Yang-Zeichens.
Gelegentlich wurde das Hakenkreuz auch in Europa, selten in Afrika und Mittelamerika verwendet. Bei den germanischen Stämmen war es Schmuckmotiv und Zauberzeichen. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Swastika verschiedentlich zum Symbol nationalistisch-revolutionärer Bewegungen. Dargestellt wurde sie beispielsweise auf den Banknoten der Kerenski-Regierung (Rußland, bis 1917) und auf finnischen und lettischen Orden bzw. deren Hoheitszeichen. In Österreich und Deutschland entwickelte sich das Hakenkreuz nach der Jahrhundertwende zum arischen Symbol und Feldzeichen des Antisemitismus. Nachdem Hitler 1919 Mitglied und Propagandist der „Deutschen Arbeiterpartei" (später NSDAP) wurde, übernahm er das Hakenkreuz als Sinnbild seiner Ideen und politischen Ziele. Nach Kriegsende im Jahr 1945 wurde die öffentliche Darstellung der geflügelten Kreuzes in Deutschland verboten.