Im Vorhof der Hölle

An diesen Ort will niemand freiwillig gehen. Wir wollen im Vorhof des Himmels sein. Das Problem besteht nur darin, dass die, die das Evangelium wirklich brauchen, gerade dort, im Vorhof der Hölle zu finden sind.
Wir Christen haben von uns aus nicht das Bedürfnis, uns im Vorhof der Hölle aufzuhalten. Der einzige Anlass dafür ist, dass Jesus uns berufen hat, zu denen zu gehen, die ihn noch nicht kennen. Es wütet ein Kampf! Die jungen Menschen auf den Straßen der Großstädte befinden sich an der Pforte des Todes. Es ist etwas ganz anderes im Altersheim, wohin wir kommen, wenn unser Leben sich auf natürliche Weise dem Ende nähert. Hier beraubt der Teufel eine junge Generation und will sie zerstören, um zu verhindern, dass sie ihr Leben Gott zur Verfügung stellt. Am liebsten will er, dass diese Jugendlichen so früh wie möglich umkommen, entweder durch Gewalt und Drogen oder durch Krankheit. Ich weiß, wovon ich spreche.

Ich habe sie da sitzen sehen, wie sie Abend für Abend ihre Dosis Rauschgift oder die Flasche nahmen - als Betäubung für ein allzu hartes Dasein. Im Vorhof der Hölle ist der Tod kein Unbekannter. Die meisten dieser Jugendlichen haben irgendeinen Freund, der nicht mehr lebt. Der Tod kann zur letzten Zuflucht für ein junges geplagtes Herz werden.

Wir brauchen Christen, die bereit sind, einem schönen und bequemen Leben den Rücken zu kehren. Anstelle von Liedern aus dem Gesangbuch und guten Predigten müssen wir uns in der Nähe der Menschen aufhalten, die am Untergehen sind. Ich weiß natürlich, dass das nicht für alle gelten kann und soll, doch bestimmt gibt es wenigstens einige mehr, die sich hier einsetzen könnenů

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(Leseprobe aus dem Buch "Papa, wo bist du?" von Bengt Fiske. Fiske hat lange Zeit unter Jugendlichen auf den Straßen von Berlin gelebt und gearbeitet. Das empfehlenswerte Buch ist antiquarisch sehr preiswert zu erhalten und kann bei Interesse auch bei uns ausgeliehen werden.)