Die Not, die nicht weh tut
Offenbarung 3,14-22

Wie würden Sie reagieren, wenn Ihnen jemand sagt: "Ich finde dich zum Kotzen!"? Das ist nicht gerade ein Kompliment und ich wäre bestimmt beleidigt und würde mich erst einmal abwenden.

In der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, spricht Jesus zu sieben Gemeinden der damaligen Zeit. Für die letzte, die Gemeinde in Laodizea, findet er keinerlei Lob. Für eine laue Gemeinde hat er keine laue Botschaft, aber das harte Wort: "Ich werde dich ausspeien."
Die Stadt Laodizea* war aufgrund ihrer Lage an wichtigen Handelsstraßen außergewöhnlich reich geworden. Außerdem hatte sie ein florierendes Finanzwesen, eine einträgliche Textilherstellung und eine medizinische Schule, in der eine berühmte Augensalbe hergestellt wurde. Probleme gab es aber mit der Wasserversorgung. Obwohl ein Aquädukt genügend Wasser lieferte, kam es lauwarm in der Stadt an und war kaum genießbar. Genau an diese Situation knüpft Jesus in seinem Sendschreiben an:"Weil du lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund."

Junger Mann, der am Handy sitzt Wohlstand ist keine Sünde. Aber wenn er mich lau und träge macht, habe ich ein Problem. Und Jesus hat eins mit mir. Kalt und heiß zugleich - der "goldene Mittelweg" - ist vor ihm nicht möglich.

Ausspeien - kein Prediger würde sich wagen, so etwas auszusprechen, wenn es nicht Jesus selbst gesagt hätte. Deshalb können wir es nicht einfach überlesen. Ich muss mich fragen: Was sagt Jesus über mich? Wie ist meine Haltung zu ihm? Brenne ich für ihn, oder bin ich gerade einmal handwarm? Ich lebe in einer ähnlichen Situation wie die Gemeinde damals. Ich habe genug und erleide für meinen Glauben keine Verfolgung. Bin ich reich und satt und brauche nichts, oder bin ich vor Gott arm und jämmerlich, weil ich nicht erkannt habe, worauf es wirklich ankommt? Ist das, was ich Christsein nenne, vor ihm nur "arm und elend und ich habe nur den Namen, dass ich lebe, und bin doch tot" (Vers 1)? Es wäre verhängnisvoll, wenn ich meinte, reich an Gaben und Gnade zu sein, während ich in den Augen Christi höchst beklagenswert bin.

Die Worte Jesu sind so hart, dass ich sie nicht gerne höre. Aber sie sind nicht ohne Hoffnung. "Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm einnehmen und er mit mir." Das ist Reichtum und Ermutigung! Er, den ich durch Lauheit aus meinem Herzen ausgeschlossen habe, steht davor und klopft an. Er schlägt die Tür nicht ein, sondern bittet mich, den Riegel von innen zu öffnen.

Kein Mensch, der dieses leise Klopfen nicht schon bemerkt hätte. Jeder Herzschlag erinnert mich daran, dass es einmal einen letzten geben wird. Wenn mich mein Gewissen schlägt, ist es ein behutsames Anklopfen Gottes an die Tür meines Herzens. Er klopft an, weil er mich liebt und mich in Ewigkeit bei sich haben möchte. Dazu zwingt er mich nicht, er will mich durch seine Liebe überwinden. Ich muss mich freiwillig entscheiden, ihm mein Herz zu öffnen.
Er steht vor der Tür, reich an Gaben des Himmels. "Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mit meinem Vater sitze auf seinem Thron." Niemand kann sich die Herrlichkeit dieser Verheißung vorstellen.

Junger Mann, der schläft Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich meine Lauheit nicht mehr gespürt habe. Erfrierende, so heißt es, spüren zuletzt keine Schmerzen mehr. Bis Jesus eines Tages mit den Worten: "Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke nun, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle stoßen, wenn du nicht Buße tust", angeklopft hat (Kapitel 2,4-5). Das hat gesessen! Seitdem habe ich eine selbstgemachte "Lebensuhr" an meiner Wand. Jedes Jahr ein Strich weniger - und sie ist schon weit fortgeschritten. Sie soll mich daran erinnern, was schon Mose in Psalm 90,12 gebetet hat: "Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden!"

Möge der Herr Ihnen und mir immer ein weises, offenes und entschiedenes Herz für ihn schenken und wir von ihm "Gold kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, um deine Augen zu salben, damit du sehest".

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* Laodizea wurde ca. 250 Jahre vor Christus gegründet und nach Laodike, der ersten Ehefrau des damaligen Herrschers Antiochos II. benannt. Der Name bedeutet "Volksgerechtigkeit" ("laos" - Volk und "dike" - Gerechtigkeit). Im übertragenen Sinn kann der Name "vom Volk beurteilt" oder "selbstgerecht" meinen und eine frühe Art von Demokratie andeuten.

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