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Biblische Feste und Feiertage
Tag des Schofars (Rosch ha-Schanah)
3. Mose 23,23-25 /
4. Mose 29,1-6
Die Zwischenzeit
Zwischen dem letzten der vier Frühjahrsfeste, dem Wochenfest, und dem ersten der Herbstfeste lag eine Zeit von etwa vier Monaten. In Israel war es die heiße und trockene Jahreszeit, in der die nötige Feldarbeit verrichtet wurde. Zwischen den Anordnungen der beiden Festzeiten heißt es im 3. Buch Mose 23, Vers 22 "Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du das Feld nicht bis an den Rand abernten. Du sollst auch keine Nachlese halten. Lass es für die Armen und Fremden übrig. Ich bin Jahwe, euer Gott!" Dies ist ein kurzer Einschub, der sich nicht unmittelbar auf die Feste bezieht.
Die von Gott bestimmten Feste für Israel können als prophetisches Sinnbild für Gottes Handeln zur Erlösung der Menschheit betrachtet werden (siehe "Einleitung" ). Deshalb könnte diese Unterbrechung als die Zeit der Gemeinde, die Gnadenzeit, verstanden werden. Sie begann mit dem Kommen des Heiligen Geistes kurz nach Jesu Auferstehung und neigt sich dem Ende mit dem Wiederkommen des Herrn zu.*
Jesus sagte zu seinen Jüngern: "Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate bis zur Ernte? Ich sage euch: Blickt euch doch um und schaut die Felder an. Sie sind nämlich schon weiß für die Ernte."1 Für das jüdische Volk war diese Hitzeperiode - prophetisch gesehen - eine Zeit der Vertreibung, Verfolgung und des Leidens.
Rosch ha-Schanah
Der "Tag des Schofars", des heiligen Posaunenblasens, war für den 1. Tischri (September/Oktober) angeordnet. Mit ihm begannen die zehn heiligsten Tage des jüdischen Jahres. Es war eine Zeit der Reue und Umkehr, in der Gottesdienste und Gebete stattfanden. Dabei wurde um Vergebung der Sünden des vergangenen Jahres gebetet, wobei besonders die Beziehungen zu anderen Menschen in Ordnung gebracht werden sollten.
Das Schofar (ein Widder- oder Antilopenhorn) wurde bis Jom Kippur 100-mal geblasen.
Nach jüdischer Überlieferung sind es die Tage, in denen Gott die Taten der Menschen in seinem Buch liest und prüft.** Wörtlich bedeutet Rosch ha-Schanah "Kopf des Jahres" und markiert den Beginn des bürgerlichen neuen Jahres. Der Tradition nach ist es der Jahrestag der Erschaffung Adams und Evas.
Heute ist es Brauch, Karten an Freunde und Verwandte zu verschicken. Man isst oft Äpfel mit Honig, was für Versorgung durch Gott und ein "süßes" neues Jahr steht.
Die zehntägige Zeit nach Rosch ha-Schanah endet mit Jom Kippur, dem Versöhnungsfest.
* Ein sichtbarer Beleg dafür ist die Wiederentstehung des Staates Israel im Jahr 1948 nach fast 2.000 Jahren.
** Tatsächlich wird in der Bibel von einem "Buch des Lebens"2 bei Gott berichtet. Es wird auch als "Lebensbuch des Lammes"3 bezeichnet.
Bibelstellen zum Text:
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