Nach der Wahl ist vor der Wahl

Im 5. Buch Mose, Kapitel 30, Vers 9 finden wir einen wunderbaren Zuspruch Gottes: "Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände."
Unsere Arbeit wird gelingen und wir werden mit unserem Tun erfolgreich sein. Das schafft Zufriedenheit und Wohlstand; wir können sicher und ruhig leben. Doch wir alle wissen, dass unser Alltag oft anders aussieht.

Wir müssen uns diese Zusage Gottes genauer anschauen, um sie richtig einordnen zu können. Denn der zitierte Satz ist nur ein kurzer Ausschnitt aus einer langen Rede Moses.
Zuerst und direkt richtete sich dieses Wort an das Volk Israel. Kurz vor seinem Tod hält Mose eine bedeutende Rede an das Volk. 40 Jahre hatte er die Israeliten durch die Wüste geführt. Dieser Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte, geht nun dem Ende zu. Das Volk steht unmittelbar vor der Besiedlung des wunderbaren neuen Landes. Mose weiß, dass er sterben wird und das Volk das Land ohne ihn einnehmen muss. Noch einmal blickt er zurück, aber auch nach vorn. Er erinnert die Menschen an die mächtigen Taten Gottes an ihnen. Doch auch an ihr Versagen, ihre Widerspenstigkeit und Rebellion gegen Gott. Ein Höhepunkt der Ansprache Moses ist die Erinnerung an Gottes Worte (Vers 19): "Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst." Segen oder Fluch - ihr habt die Wahl!
Jeder Mensch hat die gleiche Wahl: den Weg zum (ewigen) Leben oder den Weg des (ewigen) Todes zu gehen. Immer wieder haben Menschen den Weg des Fluches gewählt, den Weg ohne Gott. Sie wenden sich von ihm ab oder bestreiten, dass es ihn überhaupt gibt. Sie gehen ihre eigenen Wege und meinen, dass er ihnen doch nichts vorzuschreiben habe. Dennoch müssen wir wählen, welchen Weg wir gehen wollen. Der Weg zum Leben hat einen Namen: Jesus Christus. Jesus betont: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Johannes 14,6).

Ich bin froh über Gottes Versprechen, uns zu segnen und zu versorgen. Aber Wohlstand kann auch zum Verhängnis werden. Ich habe alles, was ich brauche. Sogar noch viel mehr. Doch wie ernst nehme ich noch das Gebet "Unser tägliches Brot gib uns heute"? Ich bin dem Herrn dankbar, keine Not zu leiden. Doch gutes Auskommen allein kann nicht glücklich machen. Jesus warnt uns nicht vor Wohlstand und gutem Auskommen. Aber umso mehr vor den Sorgen dieser Welt und dem Betrug des Reichtums. Immer wieder ermahnt uns Gott in der Bibel, den Weg zu wählen, der der beste für uns ist. Jesus nennt es "den schmalen Weg, der ins Leben führt", und fordert uns zur Entscheidung auf (Matthäus 7,13-14). . Gehen wir lieber den breiten und bequemen Weg, der ins Verderben führt? Wir haben die Wahl!

Es ist etwas Schönes, dass Gott uns zusagt, das Werk unserer Hände zu segnen; wenn wir Glück und Erfolg bei unserem Tun haben. Aber wenn wir nur darauf schauen, stehen wir in der Gefahr, das Glück des Lebens dort zu suchen, wo es schnell vergehen wird.

Ich wünsche Ihnen und mir, das richtige Maß zu finden. Immer wieder abzuwägen zwischen den Gütern des täglichen Lebens und unserer Beziehung zum Herrn. Wir müssen wählen. Das ist nicht einfach, sondern eine ständige Herausforderung zur Entscheidung. Deshalb ist nach der Wahl schon wieder vor der Wahl.